8. APRIL 2025: VORTRAG „VON DER GAMBURG BIS ZUR GRALSBURG – DER KREUZZUG FRIEDRICHS I. UND DAS ERBE DER TAUBER-HERREN“ IN GÖPPINGEN

IM JUNI 1192 KAM IN WÜRZBURG, ANLÄSSLICH EINER SCHENKUNG KRAFTS VON BOXBERG AN DAS JOHANNITERSPITAL IN JERUSALEM, EINE BEMERKENSWERTE Gesellschaft zusammen: Neben Kaiser Heinrich VI., dem Herzog von Österreich sowie mehreren Bischöfen gedachte hier eine Gruppe untereinander verwandter „Tauber-Herren“ dem Tod Kaiser Friedrichs I., mit dem sie oder ihre Väter bzw. Vorgänger im Kreuzzug gekämpft hatten. Mit ihnen erscheint ein Netzwerk tauber- und mainfränkischer Edelfreien und Grafen, die ein bildliches, literarisches und bauliches Erbe höfischer und sakraler Repräsentations- und Memorialkultur europäischen Ranges hinterließen.
Aus diesem stechen u.a. die künstlerisch innovativen „Barbarossa-Fresken“ im hochrepräsentativen Saalbau der Gamburg mit einer prominenten Darstellung des Stauferkaisers besonders hervor. Sie gelten heute als die ältesten weltlichen Wandmalereien nördlich der Alpen sowie als einzig erhaltene Original-Ausmalung eines Palas-Saals überhaupt und wurden vom Edelfreien Beringer von Gamburg als Erzählung seiner Kreuzzugserlebnisse in Auftrag gegeben. Im nahen Grünsfeldhausen errichtete währenddessen sein Vetter Sigebodo von Zimmern im Gedenken an seinen auf demselben Kreuzzug verstorbenen Vater die heutige Achatiuskapelle, deren Oktogonform auf den Felsendom in Jerusalem als „templum domini“ verweist. Sie wurde ihrerseits Vorbild für die späteren tauberfränkischen Oktogonkapellen. Das Zisterzienserkloster Bronnbach wiederum wurde bereits von den Vätern Beringers und Sigebodos als Grablegeprojekt des Mainzer Erzbischofs gestiftet. Dazu kommen schließlich die Musenhöfe der Grafen von Wertheim und Rieneck auf ihren gleichnamigen Burgen sowie der Herren von Dürn auf der Wildenburg als Dichtungsstätten Wolframs von Eschenbach und Heinrichs von Veldecke.
Zehn Jahre nach seinem letzten Vortrag für die „Gesellschaft für staufische Geschichte“ und weiteren Kooperationen wurde Goswin von Mallinckrodt (Burg & Burgpark Gamburg)
nun erneut als Referent nach Göppingen eingeladen. Er ist Kunsthistoriker und beschäftigt sich seit Jahren mit der Aufarbeitung der Geschichte der Gamburg, die von seiner Familie bewohnt und wiederbelebt wird. Über seine diversen Forschungen hält er regelmäßig Vorträge. Unter anderem war er einer der Mitorganisiatoren, -referenten und -publizisten der internationalen Tagung „Repräsentation und Erinnerung“ über die Gamburg und das hochmittelalterliche Kulturerbe der Main-Tauber-Region.
Beginn: 19 Uhr
Preis: Eintritt frei. Spenden sind willkommen. 

Veranstaltungsort: Stadthalle Göppingen • Blumenstraße 41 • 73033 Göppingen
Weitere Infos unter: www.staufergesellschaft.de
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