GamburgHerbstMbreitkleinSDie Gamburg ob der Tauber an der Romantischen Straße war im 12. Jahrhundert mainzisches Lehen und Residenz der →Edelfreien von Gamburg. Ihr ursprünglich romanischer →Saalbau gehört zu den außergewöhnlichsten des deutschen Hochmittelalters. Sein in Europa kulturhistorisch einzigartiger Hauptsaal trägt u.a. die sogenannten „Barbarossa-Fresken“, die ältesten weltlichen Wandmalereien nördlich der Alpen (vor 1219). Diese einzig erhaltenen Original-Ausmalungen eines Rittersaals sind künstlerisch innovativ und zeigen großformatige Szenen des →Kreuzzugs Kaiser Barbarossas sowie u.a. eine der frühesten Inschriften deutscher Sprache. Sie wurden 1986 zusammen mit außergewöhnlich prächtig geschmückten romanischen Doppelarkaden entdeckt. Der Saal selbst verfügte ursprünglich sogar über eine Fußbodenheizung. Seit 2001 ist die Gamburg als Nationaldenkmal gelistet.

Die seit ihrer Erbauung bewohnte →Burg wurde →in ihrer Geschichte, auch dank ihrer Rettung durch →Götz von Berlichingen im Bauernkrieg, nie zerstört. Im Zusammenhang mit seiner Entführung des Amtmanns der Gamburg fiel sogar das berühmte „Götz-Zitat“. Seit 1546 befindet sich die Gamburg in adeligem Privateigentum.

Der Bergfried diente zeitweise als Wasserreservoir für die Burggärten und im 2. Weltkrieg als Archivbunker für Akten über kommunistische Widerstandsgruppen, die als „Rote Kapelle“ bekannt wurden.

Der auf einer künstlichen Terrasse angelegte Barockgarten mit seinem Nymphenbrunnen, seinem stimmungsvollen Lichtkonzept und seinen botanischen Raritäten ist als Teil einer Burganlage, und somit als →Burgpark, in Deutschland einmalig. Seit den letzten Jahrzehnten wird er nach alten Vorlagen wiederbelebt und weiterentwickelt und profitiert vom besonders milden Klima des lieblichen →Taubertals sowie den Ausläufern eines nahen Naturschutzgebietes.

Ebenso das →Café des statuen- und wappengeschmückten Burghofs, dessen Palmen und andere exotische Pflanzen in der Saison mit herrlichen Düften ein mediterranes Flair verströmen.

Die Burgkapelle und das standesamtliche Wappenzimmer bieten einen wunderbaren Rahmen für Hochzeiten. Ebenso können Teile der Anlage für Tagungen, Feste u.ä. gemietet werden.

Im alten Waschhaus befindet sich der →Burgshop „Zum Melusinenbad“.

Mit der Gamburg ist die Melusinensage der Gamburger Eulschirbenmühle sowie eine eigene Erzählung →zu über 21 Geistern und weiteren Spukerscheinungen verbunden. Immer wieder wird dieses besondere Kulturdenkmal von Schriftstellern, Forschern oder Touristikern neu rezipiert.

Die Eigentümerfamilie von Mallinckrodt bietet auf der Gamburg →reguläre Führungen sowie →zahlreiche Veranstaltungen und Kurse an und setzt sich für →den weiteren Erhalt, die Erforschung sowie eine lebendige Kontinuität der Burg und des Burgparks ein.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!