11. FEBRUAR 2026: VORTRAG ZU „GÖTZ VON BERLICHINGEN UND DIE GAMBURG IM BAUERNKRIEG“ IN SCHWÄBISCH HALL

pfeifer1WIE DURCH EIN WUNDER ÜBERSTAND DIE GAMBURG OB DER TAUBER DEN FÜR SO VIELE, GERADE FRÄNKISCHE BURGEN FATALEN BAUERNKRIEG. DIE UMSTÄNDE, DIE dazu führten, bilden ein besonders abenteuerliches Kapitel in der Geschichte der Burg und fokussieren die große Landesgeschichte in besonderer Weise: Schon 1476 lagerten vor der Gamburg die Pilgermassen der religiös und sozialrevolutionär motivierten Niklashäuser Marienwallfahrt zum berühmten Pfeiferhannes – eine der größten Wallfahrtsbewegungen des deutschen Mittelalters. Am 12. Dezember 1515 entführte dann Götz von Berlichingen, der Ritter „mit der eisernen Hand“, den Mainzer Gesandten und Gamburger Amtmann Dr. Johann Küchenmeister. Dessen Befreiung durch den Krautheimer Amtmann Marx Stumpf gab den Anlass zum originalen Götz-Zitat „er soldt mich hinden leckhenn!“, das später von Goethe in seinem berühmten Schauspiel verarbeitet wurde.
Fast 10 Jahre später, Anfang Mai 1525, entgeht die Gamburg, obwohl inzwischen Stützpunkt der Bischofsheimer Bauernschaft, dank des Eingreifens Berlichingens nur knapp dem Schicksal der kurz zuvor durch den Hellen Haufen zerstörten „Gralsburg“ Wildenberg. Damit aber wird auf der Gamburg letztlich auch der heute in Europa kulturhistorisch einzigartige staufische Saalbau mit seinen „Barbarossa-Fresken“ gerettet. In Miltenberg arbeitet währenddessen der wohl aus Gamburg stammende alte Amtskeller Friedrich Weygandt an seinem berühmten Entwurf einer Reichsreform. Heute stammt aus dieser bewegten Zeit noch eine Riemenschneidermadonna in der Gamburger Pfarrkirche.
Als Weiterführung des großen Symposiums und der Vortragsreihe desHistorischen Vereins für Württembergisch Franken“ zum Thema „500 Jahre Bauernkrieg“ wurde Goswin von Mallinckrodt (Burg & Burgpark Gamburg) eingeladen, an einem der „Offenen Abende“ im „Hällisch-Fränkischen Museum“ in Schwäbisch Hall einen Vortrag zu diesem Thema zu halten. Er ist Kunsthistoriker und beschäftigt sich seit Jahren mit der Aufarbeitung der Geschichte der Gamburg, die von seiner Familie bewohnt und wiederbelebt wird. Über seine diversen Forschungen hält er regelmäßig Vorträge.
Beginn: 19 Uhr
Preis: Eintritt frei

Veranstaltungsort: Hällisch-Fränkisches Museum • Keckenhof 6 • 74523 Schwäbisch Hall
Weitere Infos unter: www.haellisch-fraenkisches-museum.de
Eine Nachbesprechung des Vortragsabends findet sich hier.
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