ERÖFFNUNG DES 113. EUROPÄISCHEN KULTURWEGS GAMBURG-NIKLASHAUSEN-HÖHEFELD-BRONNBACH

Niklashausenkl A

Nach einer Begegnung mit Dr. Gerrit Himmelsbach, Projektleiter für Europäische Kulturwege im Archäologischen Spessartprojekt e.V. (ASP), hat Goswin von Mallinckrodt von der Gamburg ob der Tauber, vor einigen Jahren das Projekt für einen Kulturweg um Gamburg und Umgebung ins Leben gerufen. Bald engagierte sich auch Marlise Düx, Vorsitzende des Fördervereins Niklashausen e.V. für das Projekt, ebenso wie Dr. Matthias Wagner, Leiter des Eigenbetriebs Kloster Bronnbach. Unter der professionellen Leitung von Dr. Himmelsbach wurde daraufhin eine Arbeitsgruppe interessierter Heimatfreunde versammelt, Sponsoren gefunden und der Kulturweg auch auf das benachbarte Höhefeld ausgedehnt.

480px-Symbol_ECP.svgNeben den bekannten Highlights wie der Burg und dem Burgpark Gamburg, dem Kloster Bronnbach und dem Pfeifermuseum Niklashausen konzentriert sich der mit einem gelben EU-Schiffchen auf blauem Grund markierte Rundweg vor allem auf die Vielfalt der Kulturlandschaft, die in einem eigenen Faltblatt sowie auf verschiedenen Informationstafeln entlang der Strecke erläutert wird. In der Tradition der bereits bestehenden Europäischen Kulturwege des ASP sollen gerade die unscheinbaren und unauffälligen Dinge, die man auf den ersten Blick vielleicht gar nicht als spannendes Zeugnis der Landschaft und ihrer Entwicklung erkennt, für Bewohner und Besucher hervorgehoben werden und zum Staunen und Forschen anregen. Drei Bahnhaltepunkte in Bronnbach, Gamburg und Niklashausen erleichtern den Wanderern dabei die Erkundung der einzelnen Etappen.

Burg GamburgWährend der Eröffnung, zu der alle Interessenten herzlich willkommen sind,  wird der Niklashausener und Gamburger Abschnitt des Kulturwegs begangen. Am Pfeifermuseum in Niklashausen beginnt ein dem Pfeiferhannes gewidmete Rundweg, vorbei an der geheimnisvollen Beghardenhöhle, der ebenfalls Teil des Kulturwegs ist, am Eröffnungstag jedoch nicht begangen wird. Von der Gamburg aus geht es in den Kammerforst, wo sich, vorbei an „Gaul“-Denkmal und Waldkapelle, ein außergewöhnliches Hügelgräberfeld befindet. In der ehemaligen Bimssteinfabrik wurden einst die berühmten Gamburger Mäuschen hergestellt wurden. Am dortigen Maisenbach wird jährlich an Lætare symbolisch der Winter verbrannt, und in der Flur Altekirchen auf der gegenüberliegenden Tauberseite befand sich einst eine keltische und frühmittelalterliche Siedlung. Vorbei an der Stelle des ehemaligen Mühltors des Altorts Gamburg geht es weiter zum Hokemo-Brunnen und von dort zum Gamburger Bahnhof.

Luftbild_Herbst_vomSatzenberg_mittel klWer nach der Eröffnung auch den restlichen Kulturweg erkunden möchte, kann weiter Richtung Bronnbach wandern, vorbei an der in der Kelten- und Völkerwanderungszeit besiedelten Flur Leidenäcker sowie am wildromantischen Feuersteig, der Teil eines alten Grenzwegs war. In Bronnbach zeigt ein eigener Rundweg zur Klosterlandschaft, wie sehr das Kloster über Jahrhunderte die Umgebung durch Weinbau, Bewässerung und Schafzucht gestaltet hat. Zurück in Richtung Höhefeld passiert man im Wald die Station Pülversloch, bei der noch alte Grenzsteine abgezählt sowie zwei Hügelgräber, eine geheimnisvolle Steinhalde und ein alter Steinbruch entdeckt werden können. In Höhefeld kündet eine Tafel u.a. von der Kirchengeschichte, der Luthereiche, einem Steinkreuz und dem Naturkünstler Erwin Aichele. Der Panorama-Rundweg am Götzenberg bietet nicht nur einen spektakulären Fernblick ins Taubertal, sondern auch Informationen zum archäologischen „Höhefelder Fund“ und der Kulturlandschaft Frau Holle, die sich mit Hollebaum, Seebrunnen und Knollenberg nördlich von Höhefeld erstreckt. Von hier geht es wieder bergab nach Niklashausen.

IMG_4359 klNach seiner Eröffnung wird dieser 113. Kulturweg des Archäologischen Spessartprojekts der erste im Land Baden-Württemberg sein. Seit 1998 widmet sich das ASP der Forschung, Vermittlung und Pflege der Kulturlandschaft Spessart und arbeitet, z.B. als An-Institut der Universität Würzburg, eng mit verschiedenen Universitäten und Forschungsinstituten in einer Vielzahl wissenschaftlicher Projekte zusammen. Zudem ist es in verschiedenen europäischen Initiativen wie European Cultural Paths oder als Hauptinitiator an Pathways to Cultural Landscape engagiert und ist an der Umsetzung der Europäischen Landschafts-konvention beteiligt. Aus seiner fächerübergreifenden Ausrichtung für ein ganzheitliches Landschaftsverständnis und durch starkes bürgerschaftliches Engagement entwickelte sich, vor allem auch durch den Einfluss europäischer Partner, eine starke Verbindung aus wissenschaftlicher Forschung und Zivilgesellschaft. Lange bevor Begriffe wie „Citizen Science“ Modeworte in der akademischen Welt wurden, hat das ASP diese Philosophie gelebt. Im Laufe der letzten Jahre haben sich mehr als 5.000 Freiwillige an den verschiedensten Projekten beteiligt, darunter archäologische Ausgrabungen, Prospektionen, Forschungs- und Kunstprojekte. Aushängeschild des ASP sind, gemeinsam mit den archäologischen Projekten, die Europäischen Kulturwege. In Zusammenarbeit mit vielen Partnern und Sponsoren sowie den Menschen vor Ort entsteht seit 1999 ein immer dichteres Wegenetz. Die Kulturwege haben dabei eine Länge von 4 bis 25km und sollen dem Wanderer helfen, das Buch der Landschaft zu lesen und zu verstehen.

TERMIN
13. Oktober 2019

ABLAUF
10.30 Uhr: Treffen am Bahnhof Gamburg
10.45 Uhr: Zugfahrt nach Niklashausen.
11 Uhr: Begrüßung durch Bürgermeister Ottmar Dürr, Landrat Reinhard Frank sowie Dr. Gerrit Himmelsbach am Pfeifermuseum, anschließend Besuch des Museums.
12.30 Uhr: Mittagessen im Gasthaus „Zum Hirschen“
13.30 Uhr: Begehung auf dem Kulturweg nach Gamburg.
14.15 Uhr: Begrüßung durch Goswin von Mallinckrodt und den Burgbarden vor der Gamburg
15.30 Uhr: Station vor der ehemaligen Bimssteinfabrik
16 Uhr: Station am Hokemo-Brunnen und Buscher-Museum
16.45 Uhr: „Schlusshock“ im Gamburger Bahnhof mit Kaffee und Kuchen.

WEITERE INFORMATIONEN
www.spessartprojekt.de

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