„VON GAMBURG BIS JERUSALEM – BARBAROSSA IN BILDERN SEINER ZEIT“

VORTRAG UND Q&A MIT PROF. DR. KNUT GÖRICH

Die zeitgenössischen Bilder Friedrich Barbarossas, wie etwa auf den Wandmalereien der Gamburg, geben manche Rätsel auf. Mit Ausnahme von Siegelbildern gehen sie auf keinen Auftrag des Hofes zurück. Dennoch liegt ihnen einen gemeinsame Auffassung von Herrscher und Amt zu Grunde, die die einzelnen Darstellungen auch charakterisiert. Porträtähnlichkeit im modernen Sinne war dabei kein Kriterium. Auch unterscheiden sich die mit Entstehung und Verwendung der Bilder verbundenen Absichten in jedem Einzelfall. Aussagen über den ursprünglichen Zweck sind daher nur nach möglichst genauer Rekonstruktion des jeweiligen Entstehungszusammenhangs möglich.

Im Rittersaal der Gamburg mit seinen prominenten Barbarossa-Fresken wird Prof. Dr. Knut Görich die wichtigsten Bilder des Stauferkaisers vorstellen und erläutern. Dabei treten ganz unterschiedliche Bereiche der mittelalterlichen Gesellschaft in den Blick, aber auch ganz unterschiedliche Bildmedien: Siegel und Münzen, bebilderte Handschriften, Wandmalereien, Skulpturen und Werke der Metallkunst. Nach dem Vortrag wird das Thema in einem Interview durch Goswin von Mallinckrodt fortgeführt und erweitert, wobei auch allgemeine Fragen zur Stauferzeit, auch mit aktuellen Bezügen, berührt werden. Im Anschluss wird der Referent gerne auch Fragen aus dem Publikum beantworten.

Nach der Veranstaltung können Sie gerne noch das Lagerleben der Living History-Gruppe Familia Swevia im Torgraben besuchen, die an diesem Wochenende auf der Gamburg die Zeit der Barbarossa-Fesken darstellen wird.

Prof. Görich studierte Geschichte und Germanistik an der Universität Tübingen und an der Universität La Sapienza in Rom. Im Jahre 2000 habilitierte er sich in Tübingen mit einer Arbeit über „Die Ehre Friedrich Barbarossas“. Seine Darstellung, insbesondere des Begriffs des „honor imperii“, gilt als einer „der wichtigsten Marksteine der modernen Stauferforschung“. Seit 2001 lehrt er als Nachfolger von Stefan Weinfurter als Professor für Geschichte des Früh- und Hochmittelalters an der Universität München. Seit 2014 ist er ordentliches Mitglied der Philosophisch-historischen Klasse der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Zeit der Ottonen und der Staufer, die früh- und hochmittelalterliche Geschichtsschreibung, Formen der Kommunikation und Interaktion im Mittelalter sowie die Kulturgeschichte des Politischen. Seine 2011 veröffentlichte Barbarossa-Biographie gilt als Standardwerk über den Stauferkaiser. Seit 2012 ist Görich Präsident der „Gesellschaft für staufische Geschichte“ in Göppingen, 2014 gab er zusammen mit Romedio Schmitz-Esser den Tagungsband „BararossaBilder“ über die frühesten bildlichen Darstellungen Friedrich I. heraus. Sein 2017 herausgegebener Tagungsband „Venedig als Bühne“ behandelt die Themenbereiche des adventus und der Herrscherbegegnung, wobei die Symbolische Repräsentation als neuer Teil der Politikgeschichte im Vordergrund steht.

Diese Veranstaltung ist Teil unseres Jubiläumsjahres →„800 JAHRE BARBAROSSA-FRESKEN“.

TERMIN
10. Mai 2019, 19.30 Uhr

PREIS
Eintritt frei

BITTE VORANMELDEN UNTER
09348/605 oder mail@burg-gamburg.de