17. OKTOBER 2019: VORTRAG „GÖTZ VON BERLICHINGEN UND DIE GAMBURG IM BAUERNKRIEG“ IM TAUBERFRÄNKISCHEN LANDSCHAFTSMUSEUM

Johann Kaspar Schneider 1794WÄHREND DER TRADITIONELLEN SOIRÉE DER TAUBERFRÄNKISCHEN HEIMATFREUNDE, WIRD GOSWIN VON MALLINCKRODT EINEN VORTRAG über „Götz von Berlichingen und die Gamburg im Bauernkrieg“ halten. Wie durch ein Wunder überstand die Gamburg ob der Tauber den für so viele, gerade fränkische, Burgen fatalen Bauernkrieg. Die Umstände, die dazu führten, bilden ein besonders abenteuerliches Kapitel in der Geschichte der Burg und fokussieren die große Landesgeschichte in besonderer Weise: Schon 1476 blickte die Gamburg auf die Pilgermassen der sozialreligiös motivierten Niklashäuser Marienwallfahrt zum berühmten Pfeiferhannes.
Am 12. Dezember 1515 entführte dann Götz von Berlichingen, der Ritter „mit der eisernen Hand“, den Mainzer Gesandten und Gamburger Amtmann Dr. Johann Küchenmeister. Dessen Befreiung durch Marx Stumpf gab den Anlass zum originalen Götz-Zitat „er soldt mich hinden leckhenn!“, welches später von Goethe in seinem berühmten Schauspiel verarbeitet wurde. Fast 10 Jahre später, im Mai 1525, entgeht die Gamburg, obwohl inzwischen Stützpunkt der Bischofsheimer Bauernschaft, dank des Eingreifens Berlichingens nur knapp dem Schicksal der kurz zuvor durch den Hellen Haufen zerstörten „Gralsburg“ Wildenberg. Damit aber wird auf der Gamburg letztlich auch der heute in Europa kulturhistorisch einzigartige Saalbau gerettet. In Miltenberg arbeitet währenddesssen der wohl aus Gamburg stammende alte Amtskeller Friedrich Weygandt an seinem berühmten Entwurf einer Reichsreform. Heute stammt aus dieser bewegten Zeit noch eine Riemenschneidermadonna in der Gamburger Pfarrkirche.
Der vortragende Goswin von Mallinckrodt forscht und publiziert seit Jahren über die Geschichte der Gamburg, welche von seiner Familie bewohnt und erhalten wird.
Ablauf: 19.00 Uhr: Kinderaufführung und Bildversteigerung; 19.30 Uhr: Beginn des Vortrags
Ort: Tauberfränkisches Landschaftsmuseum im Kurmainzischen Schloss, 97941 Tauberbischofsheim
Weitere Infos unter: www.tauberfraenkisches-landschaftsmuseum.de
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